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Tu mir eine Liebe.
Meine Mamme
Jüdische Frauen und
Männer in Deutschland
sprechen von ihrer
Mutter
Mit einem Essay über nachgeborene Juden in
Deutschland und ihr Erbe
261 Seiten – 14.80 €
Mosse Verlag Berlin, 2002
282 Seiten – 9.95 €
Fischer Taschenbuch Verlag
Frankfurt a. M. 2005
Was gehen einen die
Mütter
von
Juden in Deutschland an?
An diesem feinsinnigen, diskreten Buch gleitet
jeder Kitschverdacht ab, und es läßt sich für nichts instrumentalisieren als
für den Wunsch zu verstehen, zu wissen. Die Publizistin Roggenkamp, die viel
von der Psychoanalyse weiß und versteht, hat Gespräche mit 27 bekannten
Erwachsenen über deren Mutter geführt, alle sind Juden in Deutschland, Kinder
einer jüdischen Mutter, einer Mamme. Das klingt nur einen winzigen Moment
lang homogen. Doch hinter dem Singular öffnet sich alsbald die jüdische
Geschichte des letzten Jahrhunderts in Europa. (…) Roggenkamp hat eine
wunderbare Vielzahl von Stimmen sprechen lassen. Ganz leicht, abgründig,
welche Anstrengung. Ihr einleitender Essay berichtet auch von den vielen, die
es nicht vermochten, von der Mutter zu erzählen. Beredte Absagen, dreimal so
viele wie Zusagen. Ein Trauma verschiebt sich über die Generationen. Es paßt
nie, es stört immer auf, dieses Buch ist gegenwärtig.
◊◊◊
In ihren vielschichtigen
Erzählungen kommt nicht nur Privates, allenfalls psychologisch Interessantes
zur Sprache, sondern insbesondere Historisches: Durch eine behutsame
Strukturierung der Gespräche und deren einfühlsame sprachliche Präsentation gelingt
es Roggenkamp, die enge Verknüpfung zwischen emotionalen Prozessen und historischen
Ereignissen ebenso wie die Präsenz des Verschwiegenen und Verdrängten
herauszuarbeiten. Ein klug analysierendes und zugleich poetisches Buch.
◊◊◊
14 Töchter und 13
Söhne
Günther Bernd Ginzel: „Es war ein Abschied wie im Film“
Rachel Salamander: „Zwei Gesten erinnere ich“
Kurt Julius Goldstein: „Eine emanzipierte Kapitalistin“
Elisabeth Degen: „Von ihr wie im Nebel gehalten“
Ilja Richter: „Für sie im Dauereinsatz“
Esther Dischereit: „Ihre Würde war ihr wichtig“
Michael Wolffsohn: „Sie hat eine scharfe und gute Zunge“
Halina Bendkowski: „Sag niemandem, daß du jüdisch bist“
Sibylle Krause-Burger: „Das Feinste vom Feinen“
Arno Lustiger: „Geh nicht, sagte sie – ich blieb“
Avitall Gerstetter: „Ich glaube, sie ist sehr stolz auf mich“
Rafael Seligmann: „Die Ziege, die eine Schildkröte gebar“
Peggy Parnass: „Macht doch nichts, daß du nicht hübsch bist“
Jalda Rebling: „Als holländische Jüdin in der DDR“
Sammy Speier: „Sie war eine Überlebenskünstlerin“
Stefanie Zweig: „Sie sagte, sie sei die Schönste gewesen“
Joram Bejarano: „Leicht egozentrisch und schwer in Ordnung“
Elżbieta Sternlicht: „Eine Persönlichkeit mit Flügeln“
Nathan Peter Levinson: „Daß ich Rabbiner wurde, war ihr Wunsch“
Lilith Schlesinger-Baader: „Ein erotisches Verhältnis zu Zahlen“
Peter Finkelgruen: „Die Mutter der Mutter als Mutter“
Ruth Radvanyi: „Sie konnte so gut in die Leute sehen“
Dodi Reifenberg: „Zionistin und Kibbuznik mit Leidenschaft“
Erica Fischer: „Wie konnte diese Frau so hart werden?“
Wladimir Kaminer: „Meine Mutter ist wie ich“
Helene Schneiderman: „Sie würde jetzt für Sie singen“
Stefan Heym: „Mit Schmuckköfferchen durch New York“
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